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Präventionsprogramm – Hören und Kommunikation

Hl. Geistspital Landshut stärkt Senioren mit Hörbeeinträchtigungen

Sich mitteilen können, verstanden werden und andere verstehen können – Kommunikation ist ein Grundbedürfnis aller Menschen. Um diese wichtige Fähigkeit auch im Alter trotz Sinnesbeeinträchtigungen möglichst lange aufrechtzuerhalten und pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren mit Hörbeeinträchtigungen gezielt zu fördern, ließen sich die Mitarbeitenden des Hl. Geistspitals Landshut vom Präventionsprogramm „Hören und Kommunikation in Pflegeeinrichtungen“ schulen. Geschult wurden dabei Mitarbeiterinnen aus der Pflege und aus der Betreuung. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden als Hörbeauftragte des Hl. Geistspitales ernannt.

Einrichtungsleiterin Jadranka Zizak, Pflegedienstleiter Alexander Fuchs und der Stiftungsleiter Dieter Groß zeigten sich sehr erfreut, dass die Heime der Hl. Geistspitalstiftung Landshut an diesem Projekt teilnehmen können. Das Magdalenenheim nimmt nämlich im September ebenfalls an dem Projekt teil.

Rund 60 Prozent der über 60-Jährigen sind schätzungsweise von einer Altersschwerhörigkeit betroffen. Mit einer Hörhilfe versorgt sind aber nur etwa 15 Prozent der Betroffenen. Hörprobleme haben weitreichende Auswirkungen, neben der Isolation erhöhen sie auch das Demenzrisiko, das durch den Verlust von Information verstärkt wird. Die Vermittlung von spezifischem Fachwissen ist zur Stärkung der Pflege- und Betreuungskräfte im Umgang mit hörbeeinträchtigten Bewohnerinnen und Bewohnern daher sehr wichtig.

 

Bayernweites Präventionsprogramm

Im Rahmen des Präventionsprogramms, das durch das Blindeninstitut Würzburg durchgeführt wird, fanden daher vom 20. bis 22. Juli Schulungen und Selbsterfahrungsübungen für die Mitarbeitenden der Einrichtung in Landshut statt. Eine Begehung zur Barrierefreiheit und eine umfassende Beratung der Pflegeeinrichtung zeigte, wie sich die Raumakustik verbessern ließe. Diese Maßnahme ist sehr wichtig, da das Hl. Geistspital vor einer großen Umbaumaßnahme steht und die Erkenntnisse der Begehung noch in die dafür erforderliche Planung mit einbezogen werden können.

Bewohnerinnen und Bewohner hatten die Möglichkeit, in ihrer Einrichtung an Hörüberprüfungen und Beratungen teilzunehmen.

 

Zusammen mit dem Präventionsteam wurde die Ausgangssituation vor Ort in den Blick genommen: Wie gut ist die Pflegeeinrichtung im Hinblick auf das Hören und die Kommunikation aufgestellt? Wie steht es um die Handhabung von Hörhilfen und die Anwendung alternativer Kommunikationsstrategien? Können dauerhafte Kooperationen mit HNO-Ärzten und Hörakustikern vor Ort angestoßen werden? Nicht auf jede dieser Fragen findet man sofort eine Antwort, aber das Hl. Geistspital will sich als eine der ersten teilnehmenden Einrichtung in Bayern auf den Weg machen, um Bewohnerinnen und Bewohner mit Hörbeeinträchtigungen bestmöglich zu unterstützen.

 

Seniorinnen und Senioren stärken – gerade jetzt

Die Verschlechterung des Hörvermögens erfolgt meist in einem schleichenden Prozess. Ein nicht kompensierter Hörverlust stellt eine hohe psychosoziale Belastung für die betroffenen Menschen dar, denn Unterhaltungen und Gruppenaktivitäten sind von Missverständnissen und Stress geprägt. Sozialer Rückzug, abnehmende Aktivität und Teilhabe sind die Folgen. Gerade jetzt, da die Auswirkungen der Corona-Pandemie vor allem in Pflegeeinrichtungen noch andauern, ist es demnach wichtig, diesen Problemen entgegenzuwirken. Das Tragen eines Mundschutzes erschwert den hörgeschädigten Menschen die Kommunikation zusätzlich. Deswegen ist ein intaktes Hörvermögen noch wichtiger.

 

Eckdaten des Präventionsprogramms

An dem Präventionsprogramm beteiligen sich die Pflegekasse bei der AOK Bayern, die Betriebskrankenkassen in Bayern, die IKK classic, die KNAPPSCHAFT und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau – SVLFG als Landwirtschaftliche Pflegekasse im Rahmen der Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI. Dadurch ist die Teilnahme für stationäre Pflegeeinrichtungen kostenfrei. Die wissenschaftliche Evaluation der Präventionsmaßnahme des Blindeninstituts Würzburg erfolgt in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln und wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert. Stationäre Pflegeeinrichtungen, die sich für die Teilnahme interessieren, finden alle Informationen dazu auf der Webseite der Blindeninstitutsstiftung: www.blindeninstitut.de/hoeren-und-kommunikation

Ansprechpartner

Für das Hl. Geistspital Landshut:

Jadranka Zizak, Einrichtungsleitung

Christoph- Dorner- Straße 8, 84028 Landshut

Tel. 0871/882720 oder 882752, Email:

 

Für das Blindeninstitut Würzburg:

Thilo Hohmeister, Öffentlichkeitsarbeit

Blindeninstitut Würzburg, Ohmstraße 7, 97076 Würzburg

Tel: 0931/2092-2323, E-Mail: